Plusquam Records featured in German print magazine Raveline


raveline_werbung_banner

CAT:


Plusquam Records has a feature on highly-anticipated print magazine RAVELINE.
(The text will be translated into English within the next days).

 

Original Text / Raveline Nr. 237 / Dezember 2012 / Seite 53
Original Print (Magazine) 

 

PLUSQUAM RECORDS – Alles unter einem Dach

Text: Citric

 

„Plusquam Records, Guten Tag, Sie sprechen mit Fräulein …“ – irgendwie ging die Phantasie mit mir durch, als ich zum Telefon griff und bei einem wahren Konglomerat aus Musiklabeln anrief. Doch weit gefehlt. Es gibt keine Moneypenny-Vorzimmerdame, keine „Please hold the line“-Bandansage und auch von großkonzernähnlichen hierarchischen Strukturen fehlt jede Spur. Lediglich eine knappe Hand voll Mitarbeiter beheimatet das Unternehmen und ich habe Thomas Vitali (aka Sunstryk) gleich persönlich an der Strippe, der mir sofort bereitwillig das weitverzweigte System Plusquam Records von vorn bis hinten erklärt.

 

Denn angefangen hatte alles im Jahr 2001 lediglich als kleines Sublabel von Spirit Zone, welches mit weit über 100 CD-Releases zur damaligen Zeit eine der Vorreiterrollen für Psy-Trance spielte. Plusquam sollte lediglich das abfangen, was sich stilistisch einfach nicht direkt unter Spirit Zone vermarkten ließ.
Doch genau dieser Ableger war es, der mit seinem Progressive-Trance Sound mehr Aufmerksamkeit bekam als ursprünglich geplant war, so dass man sich 2003 kurzerhand entschloss, das Ganze auf eigene Beine zu stellen.
In den Folgejahren wurde Plusquam’s Eigenständigkeit erfolgreich durch Jürgen Schneider, besser bekannt als DJ Laureth, aufgebaut, festigte seine Rolle im Progressive-Trance und vermarktete den Sound von DJ Fabio, Auricular und Weiteren.
Da DJ Laureth sich jedoch gegen Ende 2007 musikalisch immer weiter von der eigentlichen Essenz Plusquams entfernte, dem Label somit der passende Output verloren ging, gab er das Label in treue Hände namens Thomas Vitali, der somit den Grundstein in der Hand hielt für das, was sein heutiges musikalisches Imperium ausmacht.

 

Doch wie kommt man nun dazu, ein Label mit unzähligen Sublabels zu versehen?

„Den Grund dafür lieferte das damals einsetzende ziemlich umfangreiche Labelsterben vorrangig kleinerer Anbieter, die durch finanzielle Engpässe oder auch auf Grund musikalischer Umorientierung nicht weiterarbeiten konnten oder wollten. Für uns bestand darin jedoch die Möglichkeit, genau diese Labels mit ihren ganz speziellen Genres zu übernehmen, am Leben zu erhalten und fortzuführen. Die gesignten Künstler, die Stilistik, die Historie – all dies blieb dabei Label für Label erhalten und wurde schlussendlich zu einer Gruppe zusammengefasst, von der Plusquam sozusagen die Dachfirma bildet.“

Und von diesem Dach aus wird alles dirigiert. Thomas und seine Mitarbeiter geben sich tagtäglich dem ultimativen Klangerlebnis hin, welches jedoch auch hin und wieder kein solches ist. „Hier landen pro Tag ca. 170 Mails, von denen gut die Hälfte neues Demomaterial beinhaltet. Dann geht das Hören und Aussortieren los. Was ist sofort brauchbar? Was steckt noch in den Kinderschuhen? Wir machen uns als Label auch die Arbeit, mit den noch unerfahrenen Künstlern zu kommunizieren. Ihnen zu sagen, dass der Sound qualitativ noch nicht auf der Höhe ist, um sich damit auf dem Markt zu präsentieren, hat schon des Öfteren dazu geführt, dass im Anschluss sehr gutes überarbeitetes Material geliefert wurde.“

 

Hat man diese Hürde erfolgreich genommen, ist man bei Plusquam natürlich in den besten Händen. Denn hier kommt wieder die Labelgruppe ins Spiel.

 

Trance, Techno, Progressive, Chill Out – nahezu die gesamte Spielwiese des EDM steht dem Flagschiff dank seiner Sublabels zur Verfügung, so dass auch extravagante Tracks ziemlich schnell untergebracht werden können. „Es wäre sehr irritierend, wenn man beispielsweise Chill Out direkt neben Trance oder Techno auf ein und demselben Label wieder finden würde. Die Labelgruppe ermöglicht uns jedoch eine äußerst präzise Trennung der Genres.“

 

Die Geschwindigkeit, mit der die Tracks durch Plusquam schlussendlich released werden, ist mit knappen zehn Tagen ab dem eingesandten Demo ziemlich rekordverdächtig. Was jedoch der Tatsache zu verdanken ist, dass die Jungs vom Mastering, über Design, Promotion bis hin zum Musikverlag alles in vollkommener Eigenregie führen. „Durch diese Unabhängigkeit und natürlich auch dank der Größe der Labelgruppe haben wir pro Woche einen Output von 30 – 50 Veröffentlichungen. Des Weiteren kommt uns natürlich auch zu Gute, dass wir eines der ersten Labels auf dem digitalen Vertriebsweg waren und somit beispielsweise auf Beatport unseren eigenen Account besitzen, was einem Vertrieb gleichkommt. Ohne diesen in der Hinterhand zu haben, läuft dort gar nichts.“

 

Schaut man sich die Website des Labels an, so wird einem ziemlich schnell das ungefähre Ausmaß des Gesamtwerkes Plusquam bewusst. Doch ist der ganzen Maschinerie noch lange kein Ende gesetzt. „Wir sind immer noch dabei zu expandieren. Nachdem in diesem Jahre Plusquam-Chill Out erfolgreich gestartet ist, soll demnächst auch der Electro Bereich einbezogen werden. Für die Zukunft ist da noch vieles offen und wir werden das „Step by step“ in Angriff nehmen.“